Warum billige Blumen aus Monokultur das Artensterben beschleunigen

Blumenzucht aus Monokulturen ist zwar billig, aber durch sie nimmt das Artensterben der Pflanzen zu

Eigentlich sollten die Blumen in Gärten und Parks für mehr Nachhaltigkeit und Artenvielfalt sorgen, statt dessen sterben Arten aus.

Jetzt im Frühling, blüht es wieder im Garten und in den Stadtparks. Spätestens nach den ersten warmen Sonnentagen schieben auch die Supermärkte ihre Blumenregale  wieder vor die Türen. Primeln, Stiefmütterchen und auch schon Geranien verlocken Hobbygärtner zum Kauf. Diese Blumen sind ein beliebtes Mitnahme-Produkt, das wenig kostet und viele Blüten in kurzem Zeitraum hervorbringt.
Das nutzen auch die städtischen Gärtnereien und bepflanzen jetzt massenhaft Parks, Beete und Blumenkübel mit den günstigen Frühlingsblumen bis die Tulpen und Narzissen aufblühen.
Nach ein paar Wochen, wenn die üppige Pracht verblüht ist, tauschen die Gärtner sie einfach gegen Neue aus.
Für mich ist ein Park ein organisches System und keine Theaterkulisse. Die Natur hat ihre unterschiedlichen Phasen, das macht ja gerade ihren Reiz aus, das Wachstum mitzuerleben. Biologische und nachhaltiges Gärtnern bedeutet für mich nicht, die Pflanzen weg zuwerfen, bloß weil sie gerade nicht blühen.

Durch Monokultur sinken die Kosten – nachhaltige Blumen kosten vielleicht etwas mehr, aber dafür leben sie länger

Industriell gezogenen Blumen und auch Kräuter sind für einen Massenmarkt in Monokultur gezüchtet. Diese Produktion darf nicht viel kosten, weil der Verkaufspreis niedrig sein soll. Die Gewinne erzielen die Züchter über die Masse.
Mit Nährlösungen und speziellen Wachstumslampen bringen die Züchter die Pflanzen alle zum selben Zeitpunkt zum blühen, rechtzeitig für den Verkauf in den Läden. Die Blumen wachsen in Monokulturen heran, bei denen die Wachstumsphasen bei allen Pflanzen gleich sein muss, um eine günstige Produktion zu gewährleisten.
Im Supermarkt kannst du für 50 Cent eine Primel oder ein Stiefmütterchen kaufen. Jetzt kannst du dir überlegen, wie viel die Primel dann bei dem Züchter gekostet haben mag, wohl nur wenige Cent.

Denn der Supermarkt möchte verdienen, die Logistikunternehmen und wahrscheinlich noch ein Blumengroßhändler. Der Züchter muss auch seine Kosten decken und etwas Gewinn machen. Da bleibt nicht viel Raum für individuelle Pflanzenzucht mit verschiedenen Sorten. Die Massenproduktion funktioniert nur, mit rationalisierten Arbeitsabläufen.

Blumenzucht in Monokulturen fördert das Artensterben, dagegen helfen nachhaltig die samenfeste Sorten

Wen wundert es dann, dass immer mehr Arten aussterben und somit die Biodiversität abnimmt. Der WWF führt eine Liste der bedrohten Pflanzen und Tiere, er schätzt, dass jährlich 0,1% bis 0,01% der Arten weltweit aussterben.
Was können wir tun, um das Artensterben zu verlangsamen?
Du kannst in deinem Garten oder Balkon anfangen:

  • Kaufe keine Billig-Blumen aus dem Supermarkt sondern versuche möglichst aus Garten Centern mit eigener Zucht zu kaufen. Die Pflanzen sind gesünder und du hast je nach Sorte mehrere Jahre Freude an deinen Blumen. Ich versuche immer die Blumen auch im nächsten Jahr wieder zum blühen zu bringen. Bei Primeln funktioniert das prima, aber vielfach habe ich keinen Erfolg.
  • Ziehe deine Blumen aus Samen, verwende möglichst nur Samen von samenfesten Pflanzen und keine Hybrid-Samen, das steht auf der Packung. Samenfeste Sorten bilden wieder selbst Samen aus, den du dann wiederverwenden kannst. Hybride haben entweder keinen Samen oder diese wachsen mit unterschiedlichen  Eigenschaften nach wie die ursprüngliche Pflanze.

Diese Blumen sehe vielleicht nicht so üppig aus, wie im Supermarktregal, aber sie sind gesund und du hast länger etwas von deinen Blumen und sparst so über die Jahre auch noch Geld.

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Jedes Jahr wieder blühen in meinem Garten die Primeln

 

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