Erst Corona und dann? Wie geht es für Selbstständige weiter?

Selbstständige nach Corona Krise

Nachhaltiges Finanzmanagement für Selbstständige nach der Krise –> kurz gefasst:

Die Herausforderung

Die Kosten der aktuellen Corona-Krise brauchte bei vielen Selbstständigen die finanziellen Rücklagen auf – Laufende Kosten, zusätzlicher Aufwand durch Hygienemaßnahmen und Ausgaben, wie für Onlineaktivitäten. Sie tragen dazu bei, dass der Kontostand bedenklich sinkt. Trotzdem brauchst du gerade jetzt Geld, um dein Unternehmen krisenfest auszubauen.

Der nachhaltige Weg

Das Ziel ist es diese gegensätzlichen Vorhaben zu vereinen. Zum einen, ein solides finanzielles Polster aufzubauen und zum anderen sinnvoll investieren zu können. Dabei hilft dir ein nachhaltiges Finanzmanagement: Sein Ansatz ist es: Langfristig planen und umsichtig investieren.

Selbstständig in der Corona-Pandemie – Was für ein Jahr!

Die Corona-Pandemie hat wahrscheinlich viele Selbstständige an den Rand der Belastungsgrenze gebracht. Überhaupt, war überall auf der Welt plötzlich alles anders. Die schnelle Ausbreitung des Virus sollte sich verlangsamen. Darum hatten unter anderen Geschäfte, Restaurants Kultur oder Sporteinrichtungen zurückzustecken.

Auch für 2021 bleibt der Ausblick ungewiss: Unsicherheit, das ist vermutlich ein Gefühl, das du in den letzten zwölf Monaten auch durchlebt hast. Die deutsche Förderbank KfW nennt in ihrer Marktanalyse daher auch Ungewissheit als eine der größten Herausforderungen. Vermutlich ist es diese Unsicherheit, die auch noch nach der Corona-Krise zurückbleibt – Vor allem für Selbstständige und kleine Unternehmen stellt sich die finanzielle Frage. Der lange Lockdown führte dazu, dass viele Selbstständige ihre Rücklagen aufbrauchten. Wahrscheinlich hast auch du dein Bankkonto belastet oder auch Kredite aufgenommen, um Herausforderungen wie diese zu stemmen:

  • Finanzierung der laufenden Kosten – Hast du auch, wie viele Selbstständige die monatlichen Kosten über Kredite finanziert oder den Dispokredit ausgeschöpft?
  • Zusätzlicher Aufwand – Beispielsweise um die Hygienekonzepte umzusetzen oder Maßnahmen, um damit die Kontaktbeschränkungen einzuhalten.
  • Ausgaben für Digitalisierung – In den Zeiten von Kontaktbeschränkungen verlagerte sich alles, was möglich war ins Internet. Die Onlinekanäle ermöglichten vielen Selbstständigen doch noch ihr Geschäft weiterzuführen. Die Pandemie hat die Welt im „fast forward Modus“ ins digitale Zeitalter geführt.

Das bedeutet jedoch für dich als Unternehmer, dass du mit diesen extra Kosten startest, wenn das Geschäft wieder anläuft.

Ein Weg für Selbstständige nach der Corona-Krise – nachhaltiges Finanzmanagement

Dieses Jahr mit Corona verlangt jetzt von vielen Selbstständigen einen finanziellen Balanceakt:

  • Auf der einen Seite das Unternehmen krisenfest ausbauen. Das heißt, du stockst deine finanziellen Polster wieder auf. Doch das geht nicht ohne Gewinne. Also heißt „sparen“ die Devise?
  • Auf der anderen Seite schiebst du noch die höheren Kosten aus der Corona-Krise vor dir her. Beim nächsten Mal möchtest du vorbereitet sein, also warten wahrscheinlich auch Investitionen auf dich.
Ein nachhaltiges Finanzmanagement hilft Selbständigen aus der Corona-Krise.
Eine nachhaltige Finanzstrategie balanciert die Unternehmensfinanzen aus.

Wie lassen sich also diese widersprüchlichen Ziele unter einen Hut bringen? Mit einem nachhaltigen Finanzmanagement kann der Spagat gelingen.

Dieses Konzept ist auf das große Ziel Sicherheit ausgerichtet und setzt nur die Mittel ein, die wirklich nötig sind. Dieser ganzheitliche Unternehmensansatz kann Selbstständige nach Corona wieder zu einer finanziell tragfähigen Basis verhelfen. Denn Nachhaltigkeit in Unternehmen kann mehr als die Umwelt schützen. Es geht dabei immer um drei Stränge, die zusammengehören.

  • Den achtsamen Umgang mit Geld
  • Schutz der Rohstoffe der Erde
  • Fairness gegenüber Menschen

Nachhaltigkeit in der Wirtschaft ist damit auch das Gegenteil von Turbo-Kapitalismus. Der Duden sagt dazu, dass der Begriff für eine rücksichtslose Profitmaximierung steht.

Was bringt dir eine nachhaltige Strategie?

Die Philosophie bei der Nachhaltigkeit ist, dass du jetzt deine Mittel bewusst einsetzt. Doch gleichzeitig hast du schon die künftige Entwicklung mit notwendigen Investitionen im Blick. Dabei hilft dir eine gute Planung den Überblick zu behalten. Arbeitest du regelmäßig mit deinem Business Case oder erstellst eine Jahresplanung, hast du die meiste Arbeit sowie schon erledigt. Einige Vorteile der Planung:

  • Sie zeigt Abhängigkeiten auf – Ein Beispiel: Damit du mit einem Produkt bessere Gewinne erzielst, benötigst du eine neue Maschine oder Software. Du musst erst Geld reinstecken, um am Ende höhere Gewinne zu erzielen.
  • Die Reihenfolge, in der du investierst – Vielleicht brauchst du nicht gleich eine komplette Lösung, sondern kannst schon mal mit einer einfacheren Version starten. Die damit erzielten Gewinnen helfen dir bei dem weiteren Ausbau.

So organisierst du als Selbstständige:r auch nach Corona deine Finanzen nachhaltig:

  1. Das große Ziel, auf das du hinarbeitest – Schritt für Schritt wieder Kapitalrücklagen aufbauen und dadurch Sicherheit erlangen. Für die buchhalterischen und steuerlichen Fragen besprichst du dein Ziel am besten mit deiner Steuerkanzlei. In der Buchhaltung funktioniert es im Großen und Ganzen so:
    • Bei einer GmbH bleibt der Gewinn in der Unternehmung. Du stellst den versteuerten Gewinn in der Bilanz in die Kapitalrücklagen ein.
    • Als Einzelunternehmer:in läuft es ähnlich. Der Unterschied ist, dass die Buchhaltungssysteme meist nur ein Sammelkonto für das Eigenkapital verwenden. Ein gesondertes Buchhaltungskonto für diese Rücklagen ist meist nicht vorgesehen.
  2. Für dies Ziel, benötigst du natürlich einen Gewinn unterm Strich – Was sich so banal liest, hat es in sich. Vor der Corona-Krise kanntest du deine Produkte und konntest rentabel wirtschaften. Du wusstest, welche sich am besten verkaufen, wo du die größte Gewinnspanne hast – aber ist das jetzt auch noch so? Es lohnt sich auf jeden Fall, dir daraufhin noch mal deine Kennzahlen aus dem letzten Jahr anzuschauen. Kennst du deine aktuellen Kosten und was sie dir über dein Unternehmen verraten?
  3. Keine Investitionen mehr? – Nein, dass soll es auf keinen Fall heißen. Aber plane zusätzliche Ausgaben vorher. Überlege dir, was du dir davon erwartest. Am Ende sollte sich eine Investition rechen, also dir einen Gewinn einbringen. Ein Beispiel: du möchtest dein Geschäft besser online präsentieren.
    • Rechnen sich die Ausgaben dafür? Als Faustregel gilt: Je schneller du die Ausgaben durch zusätzlichen Umsatz rein gewirtschaftet hast, umso sicherer und besser ist die Investition. Dauert es dagegen mehrere Jahre oder du benötigst viel Mehrumsatz, steigt auch das Risiko. Damit ist die Investition weniger geeignet, dein großes Ziel – Kapital aufzubauen zu unterstützen.
    • Finanzierung über Kredit: In dem Fall benötigst du entsprechend der höheren Kosten auch mehr Umsatz. Die Zinsen und Tilgung musst du mitverdienen.
Die Corona-Krise arbeitet als Beschleuniger für eine nachhaltige Wirtschaft.
Die Corona-Krise als Beschleuniger für mehr Nachhaltigkeit in Unternehmen.

Die Corona-Pandemie als Beschleuniger für mehr Nachhaltigkeit

Die KFW sieht die Corona-Krise als Katalysator zu mehr Nachhaltigkeit. Die Wirtschaft muss klimaneutral funktionieren, um der weltweiten Bedrohung durch den Klimawandel entgegenzutreten. Das bedeutet, keine Treibhausgase freisetzten, die Pflanzen nicht speichern können. Pflanzen nehmen CO2 auf und speichern den Kohlenstoff. Das Weltwirtschaftsforum sieht daher ein Versagen beim Klimaschutz als eines der Top-Risiken für die Gesellschaft. Die weltweite Corona-Krise macht jedoch auch Mut. Sie hat vorgemacht, wie schnell sich eingespielte Verhaltensweisen verändern können. Das zeigt eindrucksvoll das boomende Onlinegeschäft.

Als ich mich vor knapp drei Jahren entschied, online von unterwegs aus zu arbeiten, steckte digitale Welt noch in einer kleinen Nische. Viele der virtuellen Dienstleistungen waren nicht denkbar – Heute sind Zoom Coachings oder virtuelle Assistent:innen im Alltag angekommen.

Übrigens! Auch die World Trade Organisation (WTO) sieht eine digitalisierte Wirtschaft als Voraussetzung für die nachhaltige Entwicklung der Welt. Internationale Kontakte sind möglich auch ohne Geschäftsreisen. Das spart unter anderem klimaschädliche Treibhausgase der Flugzeuge. Neue Arbeitsplätze entstehen oder die Handelsbeziehungen gestalten sich transparenter und dadurch vielleicht fairer.

Selbstständige, wie du, mit einem kleinen Unternehmen sind bei solchen Veränderungen im Vorteil. Du kannst schneller auf die Herausforderungen reagieren und dich anpassen.

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3 Gründe warum eine Jahresplanung gerade für 2021 wichtig ist

Jahresplanung

Jahresplanung –> kurzgefasst

Ziel einer Jahresplanung:

Maßnahmen überlegen, wie du auf wahrscheinliche Entwicklungen reagieren kannst.

Aus diesen drei Gründen ist es wichtig eine Jahresplanung zu haben:

  1. Überblick über die derzeitige Lage.
  2. Vorbereitung, spiele gedankliche deine Möglichkeiten durch.
  3. Sicherheit, durch die Vorbereitung weißt du was zu unternehmen ist.

Durch die Planung hast du einen Plan B in der Schublade. Du kennst deine Optionen und kannst bei Bedarf darauf zurückgreifen. In ungewohnten Situationen ermöglicht es dir schneller zu handeln.

Eine Planung gibt dir den Freiraum gewohnte Handlungsabläufe zu überdenken. Betrachte das Unternehmen aus unterschiedlichen Perspektiven. Das sind natürlich die finanziellen Fragen, aber vielleicht kannst du dein Unternehmen auch durch Umweltschutz oder fairen Handel positionieren. Damit zeigst du deinen Kunden:innen deine Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein.

Jahresplanung in so ungewissen Zeiten? Ja, genau deshalb – und zwar aus diesen Gründen.

Für deine Jahresplanung nimmst du dir den Bilanzabschluss des letzten Jahres vor. Dein Steuerberater hat den Abschluss für 2020 fertig – eigentlich möchtest du die Papiere abheften und Schluss. Verständlich, aber du vergibst eine Chance. Aus diesen Gründen solltest du dir die Zeit nehmen, um dich auf 2021 vorzubereiten.

  1. Du verschaffst dir Überblick – Bei der Jahresplanung beschäftigst du dich auf einer abstrakten Ebene mit deinem Unternehmen. Du schaust dir an wo das Unternehmen steht. Lass dabei den Geschäftsalltag draußen.
  2. Du bist vorbereitet – Die Erfahrungen aus dem letzten Jahr waren vielfach hart. Versuche sie neutral zu bewerten. Es sind nun mal Tatsachen, darauf baust du jetzt deine Jahresplanung auf.
  3. Sie vermittelt dir Sicherheit – Wenn neue Situationen auftreten, verunsichert dies. Denn viele wissen zunächst nicht wie sie darauf reagieren sollen. Der Verstand reagiert mit Unbehagen oder Angst. Bei der Jahresplanung dagegen hast du dich gedanklich schon mal mit möglichen neuen Ereignissen auseinandergesetzt. Wenn sie eintreten, kennst du deine Optionen und triffst schneller Entscheidungen.

Jahresplanung, ok. Aber keiner kann wissen, was passieren wird.

Jede Wette! In keiner Jahresplanung kamen die Ereignisse des Jahres 2020 vor. Die Pandemie und der Shoutdown, keiner hatte sie so vorhergesehen. Auch 2021 wird es wohl noch nichts mit einem normalen Geschäftsjahr. Der Vorteil dieses zweiten Jahres, du weißt schon mehr über die Situation. Du hast jetzt erlebt, wie belastbar dein Geschäftsmodell ist, bist vielleicht sogar an seine Grenzen gekommen. Gerade deswegen ist es wichtig dir einen Plan für 2021 zu machen. Entwerfe darin den Weg, der dich sicher(er) durch die nächsten 12 Monate führt.

Nimm dir mindestens zwei Tage Auszeit und schalte alles ab, was dich mit dem Geschäftsalltag verbindet. Im Alltag steckst du kopfüber in den Problemen des laufenden (oder gerade geschlossenen) Betriebs. Für die Planung betrachtest du alles aus einer gewissen Entfernung. Wie bei Alice im Wunderland nimm einen „Iss mich“ Keks. Du wirst größer und betrachtest alles aus der Vogelperspektive. So untersuchst du dein Unternehmen aus jedem Blickwinkel heraus. Hier haben auch ungewöhnliche Ideen Platz, die dich vielleicht in eine neue Richtung steuern. Der Realitätscheck kommt noch am Ende der Planung.

So, wie gehst du die Jahresplanung an?

Das Ziel

Es geht ja nicht darum, genau zu wissen was passiert. Sondern darum dir mögliche Entwicklungen zu überlegen. Eine Kristallkugel, mit der du in die Zukunft siehst, brauchst du nicht. Du kannst bei Wissenschaftlern abgucken.
Beispielsweise verwendet die Klimaforschung Modelle. Damit veranschaulichen sie die oftmals komplexe Zusammenhänge.

Für die Jahresplanung brauchst du keine Kristallkugel.
Für die Jahresplanung brauchst du keine Kristallkugel.

Ähnlich kannst du vorgehen. Entwerfe für die Möglichkeiten einen Ereignispfad. Wie wahrscheinlich treten deiner Meinung nach die Ereignisse ein? Was bewirken sie in deinem Unternehmen? Ob du dir einen großen Bogen Papier vornimmst oder am Computer, zum Beispiel mit einer Mindmap oder Tabellenprogramm arbeitest, ist im Grunde egal. Hauptsache es funktioniert für dich.

Die Rahmenbedingungen

Beginne mit Ereignissen, von denen dein Unternehmen betroffen ist oder sein könnte. Überlege dir, wie sie sich auf das Geschäft und auf deine finanzielle Situation auswirken.

Hier sind für den Anfang zwei Prognosen von Wirtschaftsinstitutionen:

  • Das Ifo Institut geht in ihrer aktuellen Prognose (vom Dezember 2020) davon aus, dass die strengen Hygieneregelungen in Deutschland noch bis März anhalten. Erst danach sieht das Institut, dass sich die Beschränkungen schrittweise wieder lockern.
    Sie rechnen für das Jahr mit einer Erholung der deutschen Wirtschaft (BIP steigt wieder um 4,2 Prozent). BIP, kurz für Bruttoinlandsprodukt. Ein Blick in Gablers Wirtschaftslexikon: BIP ist die Wirtschaftsleistung, die letztlich im Land hängen bleibt. Theoretisch sollte sich dies auch im Geldbeutel durchschnittlich aller Bürger:innen zeigen.
  • Diese Erholung der Wirtschaft hängt wohl zunächst einmal an den Unternehmen in der Industrie. Darauf weist die Prognose der OECD, dem Zusammenschluss der Wirtschaftsstaaten hin. Sie rechnen damit, dass sich Dienstleistungen weitaus später erholen. Abstandsregeln und ähnliche Hygienemaßnahmen treffen diese Betriebe oftmals mit voller Wucht.

Dein Unternehmen ist entweder direkt betroffen oder vielleicht sind es deine Kunden:innen oder die Betriebe, bei denen du Ware einkaufst. Weitere Rahmenbedingen könnten zum Beispiel auch Lieferengpässe, Zölle oder strengere gesetzliche Auflagen sein.

Rahmenbedingung für die Jahresplanung. Wie die Krokusse sprießt die Wirtschaft nur langsam.
Rahmenbedingung für die Jahresplanung. Wie die Krokusse sprießt die Wirtschaft nur langsam.

Was passiert daraufhin in deinem Unternehmen?

Du hast die Rahmenbedingungen für dein Unternehmen abgesteckt.

Jetzt gehst du gedanklich durch alle Bereiche. Überlege dir, welche Auswirkungen sie für dein Unternehmen bedeuten. Einige Beispiele:

  • Umsatz – Die meisten Rahmenbedingen werden auf irgendeine Weise den Umsatz beeinflussen. Hier kommen die Modelle zum Einsatz. Du kannst zum Beispiel drei Varianten überlegen: Der Umsatz steigt, bleibt gleich oder sinkt zum Vorjahr.
  • Team – Du arbeitest mit anderen zusammen. Wie ist ihre Situation? Könnt ihr gemeinsam etwas ändern und so die Situation verbessern?
  • Finanzen – Wie ist deine finanzielle Situation. Hast du ausreichende Geldmittel? Gibt es langfristige Verpflichtungen, wie Lieferverträge oder Kredite. Diesen Punkt solltest du auf jeden Fall mit deinem Steuerberater:in besprechen. Er/Sie kann dir zu dem einen oder anderen Punkt deiner Jahresplanung wertvolle Hinweise geben.
  • Produkte – Kannst du deine Angebote an die Rahmenbedingungen anpassen? Du hast im letzten Jahr erlebt, was für dich funktioniert hat. Kannst du diese Bereiche weiter ausbauen? Vielleicht ergibt sich ja ein neues Geschäftsfeld oder Service für dich.
  • Marketing – Hier geht es um Möglichkeiten, wie du mit deinen Kund:innen in Kontakt kommst. Du kannst vielleicht neue Kanäle ausprobieren oder neue Angebote dort platzieren.
  • Fair und Umweltschutz – Nachdem du dein Unternehmen gerade bis in den hintersten Winkel durchleuchtet hast. Überlege dir, wo du ein Zeichen für Fairness und Umweltschutz setzten kannst. Einige Ideen, die du leicht umsetzen kannst.
    • Fairer Handel: fair gehandelter Kaffee im Büro. Kennst du den Ursprung deiner Waren? Entstehen sie unter fairen Bedingungen? Diese Fragen interessieren vielleicht deine Kunden:inen auch. Indem du die Antworten weißt, zeigst du Verantwortung für deine Produkte und kannst bei den Kunden punkten.
    • Umweltschutz: Stromsparen, energieeffiziente Elektrogeräte oder deinen Speicher in der Cloud schlank halten. Arbeiten die Provider mit Ökostrom oder kannst du auf Ökostrom umstellen. Plastik vermeiden, als Give aways brauchst du nicht, den gefühlt hunderttausenden Einwegkugelschreiber aus Plastik verteilen. Es gibt zum Beispiel Kugelschreiber aus recycelbaren Materialien oder verteile Bleistifte. Andere schnelle Ideen sind zum Beispiel Samenpapier mit dem Branding oder Stoffbeutel.

Bei der Jahresplanung ist der Finanzplan der ultimative Realitätscheck

Diese und ähnliche Fragen sind der Kern deiner Jahresplanung.
Mit einer Finanzplanung kannst du sie noch mal abklopfen. Besonders wenn du verschiedene Modelle entworfen hast, hilft dir der Finanzplan den Überblick zu behalten, welche Version(en) sich noch rechen. Die Zahlen sagen dir auch, ob die Ideen tragfähig für dein Unternehmen sind. Zum Beispiel: Du hast dir neue Angebote überlegt, für die du zunächst einmal Ausgaben hast. Kannst du die Zeit mit deinen Mitteln überbrücken, bis du hier Umsatz erzielst?

Du möchtest auch Fairness und Umweltschutz zu deinem Motto machen? Dann begleite mich auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit im Unternehmen.

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3 wichtige Kennzahlen für Selbstständige – Übersicht

Wichtige Kennzahlen

Drei wichtigste Kennzahlen, die du immer parat haben solltest

An diesen drei wichtigen Kennzahlen erkennst du, ob dein Unternehmen nachhaltig auf dem richtigen Weg ist.

Du kannst dir den Quick-Guide kostenlos herunterladen. Dann weißt du worauf du achten solltest, wenn das nächste Mal die Zahlen vom Steuerberater kommen.

Mehr Praxisbeispiele findest du in meinem Blogartikel, in dem du alles über Kosten ganz einfach erklärt erfährst.

Kosten – mal einfach erklärt. Was dir die Kosten über Umsatz und Gewinn verraten

Kosten mehr als nur ein notwendiges Übel

„Kosten – ist das nicht der Stapel Rechnungen, der noch zum Steuerberater muss?“ Sind diese Rechnungen alle bezahlt, ist das, was übrig bleibt doch der Gewinn. So einfach, oder? Stimmt im Großen und Ganzen. Die Höhe der Kosten entscheidet, wie viel vom Umsatz übrig bleibt. Allerdings, wenn du deine Kosten kennst, weißt du wie viel Umsatz du benötigst. Mit dem Wissen arbeitest du zielgerichteter, nachhaltiger und vielleicht auch etwas entspannter.

Ein zweiter Blick auf die Kosten lohnt


Das Ziel, wenn du dich mit den Kosten beschäftigst: Vorher zu wissen, wie sich die Kosten auf das Ergebnis auswirken.

Der Blick auf die Struktur der Kosten, gibt dir Hinweise, wie es um die Erfolgsaussichten deines Unternehmens steht. Damit hast du die Möglichkeit einzugreifen, bevor etwas schiefläuft. 

Variable Kosten und fixe Kosten

Kosten funktionieren im Grunde nach zwei unterschiedlichen Mustern. Entsprechend anders beeinflussen sie das Ergebnis. 
Variable Kosten: Das ist zum Beispiel der Einkaufspreis für Material, das du für deine Produkte benötigst. Bei Händlern sind das die Preise, zu dem sie die Waren beziehen. Variable Kosten entstehen erst, wenn etwas hergestellt, geklickt, verkauft ist oder im Lager liegt. Erst ab dem ersten Produkt entstehen variable Kosten. Bei zwei Produkten zweimal so viele und so geht es weiter. Mathematisch ausgedrückt, steigen variable Kosten im gleichen Verhältnis zu der Menge an Produkten. Erzielst du gerade super Umsätze, steigen parallel dazu auch die variablen Kosten an. In ihrem Verhältnis zueinander, verändern sich Umsatz, variable Kosten und Ergebnis, durch den zusätzlichen Umsatz nicht wirklich. 
Fixe Kosten: sind zum Beispiel Versicherungen, Möbel und Geräte sowie Gehälter. Dies sind Kosten, um das Geschäft am Laufen zu halten. Sie fallen an, unabhängig davon, ob du etwas herstellt oder verkaufst. Das bedeutet, die Höhe der fixen Kosten ändert sich nicht, wenn du mehr Produkte verkaufst. Das hat Einfluss auf den Gewinn, du hast nicht nur mehr Geld in der Kasse, sondern hast auch den Gewinnanteil vergrößert.

Variable Kosten und fixe Kosten – ein Beispiel

Du zahlst 1.000 Euro Miete und die variablen Kosten der Produkte liegen bei 10 Prozent vom Umsatz. (Das ist etwas vereinfacht und setzt voraus, dass alle eingekauften Waren sofort verkauft sind, es gibt keinen Lagerbestand oder ähnliche Komplikationen.) Bei einem monatlichen Umsatz von 8.000 Euro, nach Abzug der Miete und variablen Kosten – hier 800 Euro, bleiben 6.200 Euro für andere Ausgaben und Gewinn. Der Anteil der fixen Kosten beträgt 12,5 Prozent vom Umsatz.

Nimmst du dagegen 15.000 Euro ein, steigen die variablen Kosten auf 1.500 Euro an. Die Miete bleibt bei 1.000. Dir bleiben also 12.500 Euro übrig. Der Anteil der variablen Kosten beträgt immer noch 10 Prozent, aber die fixen Kosten machen nur noch 6,7 Prozent vom Umsatz aus.

Variable Kosten und fixe Kosten – in der Praxis

Was hilft dir diese Erkenntnis? Das wird an zwei Beispielen aus verschiedenen Geschäftsmodellen etwas klarer.

Kostenbeispiel im Handel

Du verkaufst in deinem Laden Produkte, die du bei Großhändlern einkaufst. Diese Einkaufspreise sind ein großer Kostenblock – der variable ist. Vielleicht machen die Einkaufspreise sogar 70 Prozent vom deinem Verkaufspreis aus. Die Ladenmiete ist dagegen fix bei 3.000 Euro. Das heißt, du musst mindestens Ware im Wert von 10.000 Euro verkaufen, um auch die fixen Kosten der Ladenmiete zu bezahlen.

Die Berechnungen dazu:
  • Umsatz 10.000 Euro: Bei Waren im Wert von 10.000 Euro entstehen 7.000 Euro variable Kosten, es bleiben genau 3.000 Euro für die Miete übrig.
  • Umsatz 30.000 Euro: Beträgt dein Umsatz allerdings 30.000 Euro, bleiben nach Abzug von variablen Kosten, 21.000 Euro und der Miete von 3.000 Euro noch 6.000 Euro übrig.
Kostenbeispiel bei Dienstleistungen

Anders sieht es zum Beispiel aus, wenn du einen Service oder Dienstleistung anbietest. Hier entstehen in der Regel nur wenig variable Kosten, die durch die Serviceprodukte entstehen. Zum Beispiel rechnen wir mit 10 Prozent. Dagegen können bei solchen Geschäftsmodellen die fixen Kosten höher liegen. Da sind beispielsweise Lizenzgebühren oder Beiträge, Kosten für Websites an den Provider, du benötigst Anschaffungen, wie Computer oder Drucker. In Summe, kommen hier monatlich ebenfalls 3.000 Euro zusammen.

Die Berechnungen dazu:
  • Umsatz 3.333 Euro: Der monatliche Umsatz, mit dem du diese Kosten deckst, beträgt nun 3.333 Euro. 3.000 Euro für die fixen Kosten und 333 Euro variable Kosten.
  • Umsatz 10.000 Euro: Verdienst du dagegen 10.000 Euro, bleiben nach Abzug von variablen Kosten – 1.000 Euro und fixen Kosten – 3.000 Euro auch 6.000 Euro übrig.

Fazit!

Du siehst, der Anteil, den du für variable Kosten aufwenden musst, machen einen Unterschied. Ist der Anteil hoch, wie im ersten Beispiel, brauchst du mehr Umsatz, um dann die fixen Kosten decken zu können? Im zweiten Beispiel, mit niedrigerem Anteil an variablen Kosten reichen geringere Umsätze aus. 

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Nachhaltigkeit – die Spurensuche führt in den Wald

Nachhaltigkeit Bedeutung
Am Anfang war der Wald, dann wurde es nachhaltig

Nachhaltigkeit – was will uns das Wort eigentlich sagen ?

In diesem Blog dreht es sich um Nachhaltigkeit – ich verwende das Wort und viele andere auch. In den Medien taucht es immer häufiger auf.
Aber was genau ist Nachhaltigkeit eigentlich? Gefühlt ist gerade alles nachhaltig was neu und hip ist. Passt das überhaupt zu der Bedeutung des Wortes?

Der Duden sagt dazu:

Nachhaltigkeit, die – ein feminines Substantiv
nachhaltig – Adjektiv.
Bedeutung:
1) längere Zeit anhaltenden Wirkung
2a) Forstwirtschaftliches Prinzip
2b) Ökologisches Prinzip

Aha, also bezeichnet Nachhaltigkeit etwas, dessen Wirkung lange anhalten soll. Verhalte ich mich nachhaltig – soll die Wirkung noch lange spürbar sein. Ok, aber eigentlich vermisse ich die positive Wertung. Streng genommen, könnte nach dieser Erklärung auch die Umweltverschmutzung nachhaltig sein. Sie wirkt ja auch lange nach, wie wir beim Plastikmüll sehen. Schauen wir mal bei der Initiative Mikroplastik des Frauenhofer Instituts nach, wie „nachhaltig“ eine Plastikflasche ist. Die Forscher ermittelten, dass so eine Plastikflasche nach rund 450 Jahren zerfällt. Also, das kann nicht gemeint sein, bei der Nachhaltigkeit.

Nachhaltigkeit – woher der Begriff überhaupt herkommt

Vielleicht hilft bei dem Problem ja die weiteren Bedeutungen aus dem Duden.
Nachhaltigkeit beschreibt demnach zwei konkrete Richtlinien, einmal in der Forstwirtschaft und in der Ökologie.
Die Website Forstwirtschaft in Deutschland gibt Auskunft. Über eine nachhaltige Forstwirtschaft schrieb erstmals Hans Carl von Carlowitz in seinem Werk der Silvicultura oeconomica von 1713. Er forderte darin, dass nicht mehr Holz gefällt werden darf, als nachwächst.
Eigentlich logisch! Diese Probleme gab es also auch schon im 18. Jahrhundert. Von Carlowitz war Vize-Berghauptmann. Damals in Preußen war das so etwas, wie heute der stellvertretende Betriebsleiter eines großen Industrieunternehmens. Eines der wichtigsten Rohstoffe zu der Zeit war Holz. Er erlebte mit, die dieser Rohstoff durch Raubbau und Umweltkatastrophen knapp wurde. Dadurch war die Metallverarbeitung in Preußen gefährdet und vielleicht auch sein Arbeitsplatz. Er schrieb also sein Buch und „erfand“ darin die Nachhaltigkeit.

Die Ökologen dehnen das nachhaltige Prinzip von Carlowitz auf alle Rohstoffe an. So dass in der Ökologie, das nachhaltige Prinzip lautet: verbrauche nicht mehr, als nachwachsen kann, sich regenerieren oder in der Zukunft wieder bereitgestellt werden kann.

Der Wald macht Nachhaltigkeit sofort sichtbar.

Nachhaltigkeit, heißt nicht auf Kredit leben

So bedeutet also Nachhaltigkeit, dass wir Menschen nicht mehr verbrauchen, als die Erde bereitstellen kann. Nachhaltig leben heißt, nicht den Wohlstand auf Kredit der nächsten Generationen erkaufen:

  • Global Footprint misst mit dem ökologischen Fußabdruck, wie viele Ressourcen oder Rohstoffe der moderne Lebensstil verbraucht. Sie errechnen wie viel die gesamte Menschheit pro Jahr verbraucht und ab wann wir eigentlich schon die Reserven vom nächsten Jahr verbrauchen. Dieser weltweite Earthovershot Day war 2018 am: 01. August – das heißt, dass wir alle zusammen 1 1/2 Erden verbraucht haben. Bislang rückte dieser Tag jedes Jahr ein Stück weiter vor, in Richtung Frühsommer! Auf ihrer Website kannst du testen, an welchem Tag dein persönlicher Earth Overshot Day ist.
  • Allerdings lebst du in der heutigen Zeit und kannst nur bedingt den Rohstoffverbrauch selbst beeinflussen – selbst als Vegetarier und oft mit den Öffentlichen unterwegs verbrauche ich noch 1,2 Erden, aber meinen persönlicher Earthovershot Day kommt erst im November.

Nachhaltigkeit, eher ein Konzept als ein Produkt

Nachhaltigkeit geht eigentlich nur gemeinsam. Wenn jeder ein bisschen die Ressourcen schont, bleiben die Werte länger erhalten. Es gibt daher viele nachhaltige Konzepte, die uns dabei helfen sollen:

  • Theoretische Modelle für das Konzept Nachhaltigkeit gibt es mehrere. Eines der bekannten ist das 3-Säulen-Modell, das zwischen Umwelt, Wirtschaft und sozialen Einflüssen unterscheidet. Diese Modelle erklären was und wie wir nachhaltig handeln sollen.
  • Praktischer geht das Cradle-to-Cradle Modell die Nachhaltigkeit an. Übersetzt heißt es Wiege zu Wiege und beschreibt den Kreislauf der Materialien. Dabei sollen die Materialien aus denen Gebrauchsgegenstände bestehen wieder verwertbar sein. Zum Beispiel kann aus dem T-Shirt Komposterde entstehen, die wiederum neue Bauwollpflanzen düngt. Oder der Computer kann wieder in seine Einzelteile zerlegt werden, um daraus die Rohstoffe für neue Elektrogeräte zu gewinnen.

Ein Produkt kann dann nachhaltig sein, wenn es so hergestellt wurde, dass dabei möglichst wenig Rohstoffe verbraucht wurden – oder die Materialien sind wieder verwertbar. Also kann die Werbung durchaus von einer nachhaltigen Trinkflasche sprechen. Gemeint ist aber die Art der Herstellung oder wie du das Produkt verwendest. Denn du kannst es lange nutzen und am Ende recyceln.

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