Erst Corona und dann? Wie geht es für Selbstständige weiter?

Nachhaltiges Finanzmanagement für Selbstständige nach der Krise –> kurzgefasst:

Die Herausforderung

Die Kosten der aktuellen Corona-Krise brauchte bei vielen Selbstständigen die finanziellen Rücklagen auf – Laufende Kosten, zusätzlicher Aufwand durch Hygienemaßnahmen und Ausgaben, wie für Onlineaktivitäten. Sie tragen dazu bei, dass der Kontostand bedenklich sinkt. Trotzdem brauchst du gerade jetzt Geld, um dein Unternehmen krisenfest auszubauen.

Der nachhaltige Weg

Das Ziel ist es diese gegensätzlichen Vorhaben zu vereinen. Zum einen, ein solides finanzielles Polster aufzubauen und zum anderen sinnvoll investieren zu können. Dabei hilft dir ein nachhaltiges Finanzmanagement: Sein Ansatz ist es: Langfristig planen und umsichtig investieren.

Selbstständig in der Corona-Pandemie – Was für ein Jahr!

Die Corona-Pandemie hat wahrscheinlich viele Selbstständige an den Rand der Belastungsgrenze gebracht. Überhaupt, war überall auf der Welt plötzlich alles anders. Die schnelle Ausbreitung des Virus sollte sich verlangsamen. Darum hatten unter anderen Geschäfte, Restaurants Kultur oder Sporteinrichtungen zurückzustecken.

Auch für 2021 bleibt der Ausblick ungewiss: Unsicherheit, das ist vermutlich ein Gefühl, das du in den letzten zwölf Monaten auch durchlebt hast. Die deutsche Förderbank KfW nennt in ihrer Marktanalyse daher auch Ungewissheit als eine der größten Herausforderungen. Vermutlich ist es diese Unsicherheit, die auch noch nach der Corona-Krise zurückbleibt – Vor allem für Selbstständige und kleine Unternehmen stellt sich die finanzielle Frage. Der lange Lockdown führte dazu, dass viele Selbstständige ihre Rücklagen aufbrauchten. Wahrscheinlich hast auch du dein Bankkonto belastet oder auch Kredite aufgenommen, um Herausforderungen wie diese zu stemmen:

  • Finanzierung der laufenden Kosten – Hast du auch, wie viele Selbstständige die monatlichen Kosten über Kredite finanziert oder den Dispokredit ausgeschöpft?
  • Zusätzlicher Aufwand – Beispielsweise um die Hygienekonzepte umzusetzen oder Maßnahmen, um damit die Kontaktbeschränkungen einzuhalten.
  • Ausgaben für Digitalisierung – In den Zeiten von Kontaktbeschränkungen verlagerte sich alles, was möglich war ins Internet. Die Onlinekanäle ermöglichten vielen Selbstständigen doch noch ihr Geschäft weiterzuführen. Die Pandemie hat die Welt im „fast forward Modus“ ins digitale Zeitalter geführt.

Das bedeutet jedoch für dich als Unternehmer, dass du mit diesen extra Kosten startest, wenn das Geschäft wieder anläuft.

Ein Weg für Selbstständige nach der Corona-Krise – nachhaltiges Finanzmanagement

Dieses Jahr mit Corona verlangt jetzt von vielen Selbstständigen einen finanziellen Balanceakt:

  • Auf der einen Seite das Unternehmen krisenfest ausbauen. Das heißt, du stockst deine finanziellen Polster wieder auf. Doch das geht nicht ohne Gewinne. Also heißt „sparen“ die Devise?
  • Auf der anderen Seite schiebst du noch die höheren Kosten aus der Corona-Krise vor dir her. Beim nächsten Mal möchtest du vorbereitet sein, also warten wahrscheinlich auch Investitionen auf dich.
Ein nachhaltiges Finanzmanagement hilft Selbständigen aus der Corona-Krise.
Eine nachhaltige Finanzstrategie balanciert die Unternehmensfinanzen aus.

Wie lassen sich also diese widersprüchlichen Ziele unter einen Hut bringen? Mit einem nachhaltigen Finanzmanagement kann der Spagat gelingen.

Dieses Konzept ist auf das große Ziel Sicherheit ausgerichtet und setzt nur die Mittel ein, die wirklich nötig sind. Dieser ganzheitliche Unternehmensansatz kann Selbstständige nach Corona wieder zu einer finanziell tragfähigen Basis verhelfen. Denn Nachhaltigkeit in Unternehmen kann mehr als die Umwelt schützen. Es geht dabei immer um drei Stränge, die zusammengehören.

  • Den achtsamen Umgang mit Geld
  • Schutz der Rohstoffe der Erde
  • Fairness gegenüber Menschen

Nachhaltigkeit in der Wirtschaft ist damit auch das Gegenteil von Turbo-Kapitalismus. Der Duden sagt dazu, dass der Begriff für eine rücksichtslose Profitmaximierung steht.

Was bringt dir eine nachhaltige Strategie?

Die Philosophie bei der Nachhaltigkeit ist, dass du jetzt deine Mittel bewusst einsetzt. Doch gleichzeitig hast du schon die künftige Entwicklung mit notwendigen Investitionen im Blick. Dabei hilft dir eine gute Planung den Überblick zu behalten. Arbeitest du regelmäßig mit deinem Business Case oder erstellst eine Jahresplanung, hast du die meiste Arbeit sowie schon erledigt. Einige Vorteile der Planung:

  • Sie zeigt Abhängigkeiten auf – Ein Beispiel: Damit du mit einem Produkt bessere Gewinne erzielst, benötigst du eine neue Maschine oder Software. Du musst erst Geld reinstecken, um am Ende höhere Gewinne zu erzielen.
  • Die Reihenfolge, in der du investierst – Vielleicht brauchst du nicht gleich eine komplette Lösung, sondern kannst schon mal mit einer einfacheren Version starten. Die damit erzielten Gewinnen helfen dir bei dem weiteren Ausbau.

So organisierst du als Selbstständige:r auch nach Corona deine Finanzen nachhaltig:

  1. Das große Ziel, auf das du hinarbeitest – Schritt für Schritt wieder Kapitalrücklagen aufbauen und dadurch Sicherheit erlangen. Für die buchhalterischen und steuerlichen Fragen besprichst du dein Ziel am besten mit deiner Steuerkanzlei. In der Buchhaltung funktioniert es im Großen und Ganzen so:
    • Bei einer GmbH bleibt der Gewinn in der Unternehmung. Du stellst den versteuerten Gewinn in der Bilanz in die Kapitalrücklagen ein.
    • Als Einzelunternehmer:in läuft es ähnlich. Der Unterschied ist, dass die Buchhaltungssysteme meist nur ein Sammelkonto für das Eigenkapital verwenden. Ein gesondertes Buchhaltungskonto für diese Rücklagen ist meist nicht vorgesehen.
  2. Für dies Ziel, benötigst du natürlich einen Gewinn unterm Strich – Was sich so banal liest, hat es in sich. Vor der Corona-Krise kanntest du deine Produkte und konntest rentabel wirtschaften. Du wusstest, welche sich am besten verkaufen, wo du die größte Gewinnspanne hast – aber ist das jetzt auch noch so? Es lohnt sich auf jeden Fall, dir daraufhin noch mal deine Kennzahlen aus dem letzten Jahr anzuschauen. Kennst du deine aktuellen Kosten und was sie dir über dein Unternehmen verraten?
  3. Keine Investitionen mehr? – Nein, dass soll es auf keinen Fall heißen. Aber plane zusätzliche Ausgaben vorher. Überlege dir, was du dir davon erwartest. Am Ende sollte sich eine Investition rechen, also dir einen Gewinn einbringen. Ein Beispiel: du möchtest dein Geschäft besser online präsentieren.
    • Rechnen sich die Ausgaben dafür? Als Faustregel gilt: Je schneller du die Ausgaben durch zusätzlichen Umsatz rein gewirtschaftet hast, umso sicherer und besser ist die Investition. Dauert es dagegen mehrere Jahre oder du benötigst viel Mehrumsatz, steigt auch das Risiko. Damit ist die Investition weniger geeignet, dein großes Ziel – Kapital aufzubauen zu unterstützen.
    • Finanzierung über Kredit: In dem Fall benötigst du entsprechend der höheren Kosten auch mehr Umsatz. Die Zinsen und Tilgung musst du mitverdienen.
Die Corona-Krise arbeitet als Beschleuniger für eine nachhaltige Wirtschaft.
Die Corona-Krise als Beschleuniger für mehr Nachhaltigkeit in Unternehmen.

Die Corona-Pandemie als Beschleuniger für mehr Nachhaltigkeit

Die KFW sieht die Corona-Krise als Katalysator zu mehr Nachhaltigkeit. Die Wirtschaft muss klimaneutral funktionieren, um der weltweiten Bedrohung durch den Klimawandel entgegenzutreten. Das bedeutet, keine Treibhausgase freisetzten, die Pflanzen nicht speichern können. Pflanzen nehmen CO2 auf und speichern den Kohlenstoff. Das Weltwirtschaftsforum sieht daher ein Versagen beim Klimaschutz als eines der Top-Risiken für die Gesellschaft. Die weltweite Corona-Krise macht jedoch auch Mut. Sie hat vorgemacht, wie schnell sich eingespielte Verhaltensweisen verändern können. Das zeigt eindrucksvoll das boomende Onlinegeschäft.

Als ich mich vor knapp drei Jahren entschied, online von unterwegs aus zu arbeiten, steckte digitale Welt noch in einer kleinen Nische. Viele der virtuellen Dienstleistungen waren nicht denkbar – Heute sind Zoom Coachings oder virtuelle Assistent:innen im Alltag angekommen.

Übrigens! Auch die World Trade Organisation (WTO) sieht eine digitalisierte Wirtschaft als Voraussetzung für die nachhaltige Entwicklung der Welt. Internationale Kontakte sind möglich auch ohne Geschäftsreisen. Das spart unter anderem klimaschädliche Treibhausgase der Flugzeuge. Neue Arbeitsplätze entstehen oder die Handelsbeziehungen gestalten sich transparenter und dadurch vielleicht fairer.

Selbstständige, wie du, mit einem kleinen Unternehmen sind bei solchen Veränderungen im Vorteil. Du kannst schneller auf die Herausforderungen reagieren und dich anpassen.

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