So berechnest du deinen Stundensatz

Dein Stundensatz ist kein Wunschwert. Er ist das Ergebnis einer Rechnung: Was soll am Ende bei dir ankommen? Was kostet dein Betrieb? Und wie viele Stunden bezahlt dir tatsächlich jemand?

Die Formel hinter dem Rechner

Der Rechner startet bei dem, was am Ende bei dir ankommen soll: deinem Netto-Jahresziel.

Stundensatz = (Netto-Jahresziel + Puffer + Betriebskosten + Steuern und Vorsorge) ÷ abrechenbare Stunden, plus Prozentaufschlag für Ausfallrisiko und Krankheit

  • Netto-Jahresziel: Was dir im Jahr bleiben soll, nach Steuern und Vorsorge.
  • Puffer für Ausfallrisiko und Krankheit: Ein Prozentwert, den du auf deinen Satz legst. Er sichert dich ab, wenn Aufträge ausfallen oder du krank bist.
  • Betriebskosten: Software, Versicherungen, Arbeitsplatz, Weiterbildung, Material. Alles, was dein Geschäft im Jahr kostet.
  • Steuern und Vorsorge: Der Betrag, den du zusätzlich erwirtschaften musst, damit dein Netto-Ziel ankommt.
  • Abrechenbare Stunden: Nicht 40 mal 52. Urlaub und Feiertage fallen weg. Dazu kommt unbezahlte Zeit für Akquise, Angebote und Buchhaltung.

Beispiel aus der Praxis

Eine Freelancerin will 36.000 € netto im Jahr. Für Steuern und Vorsorge kommen im Beispiel 12.000 € dazu, ihre Betriebskosten liegen bei 9.600 €. Zusammen sind das 57.600 €.

  • Sie arbeitet 44 Wochen mit je 40 Stunden (nach Urlaub und Feiertagen): 1.760 Stunden.
  • Davon bezahlt ihr nur ein Teil ein Kunde, im Beispiel 60 Prozent: 1.056 Stunden.
  • 57.600 € ÷ 1.056 Stunden = 54,55 € pro Stunde.
  • Dazu kommen 5 Prozent Aufschlag für Ausfallrisiko und Krankheit: 57,27 € pro Stunde.

Wer nach der Faustregel „40 Stunden mal 52 Wochen“ rechnet, kommt auf einen Satz von rund 28 €. Das ist die Hälfte. Der Unterschied zahlt sich aus deiner eigenen Tasche.

Für wen der Rechner gebaut ist

Für Selbstständige, Kleinunternehmer, Handwerker, Coaches und Freelancer. Handwerker rechnen mit Verrechnungssätzen. Die Logik bleibt dieselbe.

Was du mit dem Ergebnis machst

Häufige Fragen

Wie berechne ich meinen Stundensatz als Selbstständige?

Starte mit deinem Netto-Jahresziel. Addiere, was du für Steuern und Vorsorge zusätzlich erwirtschaften musst, und deine jährlichen Betriebskosten. Teile die Summe durch deine abrechenbaren Stunden. Leg einen Prozentaufschlag für Ausfallrisiko und Krankheit darauf. Das Ergebnis ist die Untergrenze für deinen Preis.

Wie viele Stunden kann ich im Jahr abrechnen?

Weniger, als du denkst. Ziehe Urlaub und Feiertage ab. Von den Stunden, die übrig bleiben, bezahlt dir nur ein Teil ein Kunde. Akquise, Angebote und Buchhaltung bleiben unbezahlt. Krankheit und Ausfall deckst du über den Prozentaufschlag ab. Miss vier Wochen lang, wie hoch dein Anteil wirklich ist.

Wofür ist der Aufschlag für Ausfallrisiko und Krankheit?

Wenn du krank bist oder ein Auftrag ausfällt, verdienst du nichts, deine Kosten laufen weiter. Der Prozentaufschlag legt diese Lücke auf deinen Stundensatz um.

Ist der Stundensatz-Kalkulator kostenlos?

Ja. Die Basisversion kostet nichts. Die Pro-Version kostet 9 € einmalig.

Ist das Ergebnis mein Angebotspreis?

Nein. Das Ergebnis ist dein Mindestpreis. Wie viel du darüber verlangst, hängt vom Nutzen ab, den du deinen Kunden lieferst.