Preiskalkulation für Selbstständige | diwan.blog

Du weißt, was du kannst. Aber weißt du auch, was du verlangst – und warum?

Diese Seite ist dein Startpunkt für alles rund um Preiskalkulation: Stundensatz, Preisfindung und Rabatte, die dein Business tragen.

Warum Kalkulation keine trockene Mathematik ist

Jede:r kennt das Gefühl, oder?.

Du sitzt vor einem Angebot, tippst eine Zahl ein – und fragst dich im gleichen Moment: Ist das zu viel? Zu wenig? Werde ich überhaupt gebucht?

Das Verrückte ist: Die meisten Selbstständigen, die ich kenne, gehen dieser Frage nicht systematisch auf den Grund. Sie haben oft nur eine Ahnung, wie sie auf ihre Preise gekommen sind.

Ein Preis, den du nicht erklären kannst, ist kein Preis. Es ist eine Hoffnung.

Kalkulation bedeutet: Du rechnest durch, was du brauchst – und dann schaust du, ob der Markt das mitmacht. Das ist alles. Keine Magie, keine Betriebswirtschaft mit Doktortitel.

Es fängt mit einer Zahl an, die viele Selbstständige nie wirklich ausgerechnet haben.

Ihrem Stundensatz.


Dein Stundensatz – die Basis von allem

Bevor du über Pakete, Tagessätze oder Projektpreise nachdenkst – der Stundensatz ist das Fundament. Und er ist konkreter, als du vielleicht glaubst.

Er beantwortet eine einzige Frage: Was muss ich pro Stunde verdienen, damit mein Business trägt?

Was steckt drin?

In deinem Stundensatz steckt mehr als dein Wunschgehalt. Da sind Sozialabgaben, Steuern, nicht abrechenbare Stunden – Akquise, Buchhaltung, Fortbildung. Alles Arbeitszeit, die kein Kunde bezahlt.

Wenn du das vergisst, rechnest du dich selbst arm.

Faustformel Stundensatz
Jahresbedarf netto ÷ tatsächlich abrechenbare Stunden
+ Puffer für Steuern & Abgaben + Puffer für Leerläufe

Das Ergebnis: dein Mindeststundensatz. Darunter arbeitest du rückwärts.

Und der Stundensatzrechner?

Genau dafür gibt es den Stundensatzrechner. Du gibst deine Zahlen ein – und bekommst einen konkreten Wert zurück. Kein Schätzen mehr, kein Vergleichen mit dem Markt im Blindflug.

Wichtig: Der Stundensatz ist eine Untergrenze. Keine Obergrenze.

Was du am Markt verlangen kannst, hängt von ganz anderen Faktoren ab.


Den richtigen Preis finden

Ein kalkulierter Stundensatz und ein guter Marktpreis – das sind zwei Paar Schuhe.

Dein Stundensatz sagt dir, was du mindestens brauchst. Dein Marktpreis sagt dir, was der Markt bereit ist zu zahlen. Dazwischen liegt deine Preiszone – und dort hast du mehr Spielraum als du denkst.

Drei Dinge, die deinen Preis beeinflussen

Deine Positionierung. Wer bist du für deinen Kunden? Problemlöser, Spezialist, Allrounder? Je klarer du positioniert bist, desto weniger musst du über den Preis verhandeln.

Dein Angebot. Verkaufst du Zeit oder Ergebnis? Ein Ergebnispreis – also ein Paket oder Projektpreis – entkoppelt dich vom Stundensatz. Das ist gut. Sehr gut sogar.

Dein Selbstvertrauen. Das klingt nach Coaching-Sprech, ich weiß. Aber es stimmt: Wer seinen Preis nicht nennt, ohne dabei die Augen niederzuschlagen, verliert schon vor der Verhandlung.

Der richtige Preis ist nicht der niedrigste. Es ist der, den du mit gutem Gewissen nennst – und der dein Business trägt.

Wie du anfängst

Rechne zuerst deinen Stundensatz durch. Dann schau dir an, was vergleichbare Angebote kosten. Dann frag dich: Was ist mein Angebot wert für meinen Kunden?

Nicht für dich. Für ihn.

Dieser Perspektivwechsel verändert alles.


Rabatte: wann sie helfen, wann sie schaden

Jemand fragt nach einem Rabatt. Was machst du?

Die meisten Selbstständigen geben nach – aus Angst, den Auftrag zu verlieren. Das Problem dabei: Ein Rabatt, den du nicht berechnet hast, kostet dich mehr als du denkst.

Das Margenproblem

Hier ist die Wahrheit, die viele überrascht: Wenn du eine Marge von 30 % hast und 10 % Rabatt gibst, musst du 50 % mehr verkaufen, um denselben Gewinn zu erzielen.

Das ist kein Gefühl. Das ist Mathematik.

Rabatt & Mehrverkauf – der Zusammenhang
Nötige Volumensteigerung = Rabatt ÷ (Marge − Rabatt)

Beispiel: 10 % Rabatt bei 30 % Marge
→ 10 ÷ (30 − 10) = 50 % mehr Umsatz nötig

Wann Rabatte sinnvoll sind

Rabatte sind kein Fehler – sie sind ein Werkzeug. Aber nur, wenn du sie bewusst einsetzt.

Sie können Sinn machen bei Mengenbuchungen, bei langen Vertragslaufzeiten, bei Testkäufen, die dir neue Zielgruppen öffnen. Oder beim Abbau freier Kapazitäten zu einem konkreten Zeitpunkt.

Was du vermeiden solltest: Rabatte als Reflex. Als erste Antwort auf Preisverhandlung. Als Zeichen, dass du selbst nicht hinter deinem Preis stehst.

Ein Rabatt, der reflexartig kommt, sendet ein Signal: Der Preis war schon vorher nicht ernst gemeint.

Rabatt mit Gewinn – so geht's

Du kannst Rabatte kalkulieren. Genau wie deinen Stundensatz. Du entscheidest vorher, ab welchem Volumen du welche Konditionen gibst. Du weißt, was es dich kostet. Und du weißt, wann du Nein sagst.

Das ist Kontrolle. Nicht Gier – sondern Klarheit.


Alle Artikel rund um die Kalkulation

Jeder Artikel geht tiefer – und verlinkt zurück auf diese Seite. So findest du immer den richtigen Einstiegspunkt, egal wo du gerade stehst.

Du willst loslegen?

Starte mit deinem Stundensatz.
Der Rest ergibt sich.

Zum Stundensatzrechner

Kalkulation ist kein Luxus – sie ist Selbstschutz

Ich sage das so direkt, weil ich gesehen habe, was passiert, wenn Selbstständige ohne Zahlen arbeiten.

Sie arbeiten viel. Oft zu viel. Und am Ende des Monats fragen sie sich, wo das Geld geblieben ist.

Kalkulation ist kein Buchhaltungsthema. Sie ist die Grundlage dafür, dass dein Business dir gibt, was du dir erhofft hast, als du dich selbstständig gemacht hast.

Mehr Freiheit. Mehr Sinn. Mehr Kontrolle.

Nicht weniger Arbeit unbedingt – aber Arbeit, die sich lohnt. Das ist der Unterschied.

Fang mit dem Stundensatz an. Dann kommt der Rest.